Sonntag, 2. Juni 2013

Wir packen einen Koffer ...

.. denn es geht ja bald los, die große Reise. 2014 steht vor der Tür und man möchte gerüstet sein. Die Reise wird nicht einfach. 8000 HvT's abreißen, Leuten erklären, dass das mit dem analogen Kabel nicht mehr so läuft, neue Technik aufbauen, wo man daran gar keinen Gefallen findet. Da muss man wissen, was man alles einpacken darf.

Wir packen also einen Koffer und nehmen mit...
  • eine Drossel
  • einen LTE-Schutzbrief für Analogrückbau
  • Verpflegungszusage vom Reiseveranstalter (Bund)
  • einen Freund gegen die Einsamkeit (Vodafone)
  • einen Besen (zum Auskehren der Technik der Konkurrenz )
  • gute Laune (braucht man immer)
  • Grimm's Märchenbuch als Equity-Story für die Eigentümer und Gläubiger (BaFin-befreit)
  • einen Shitstorm-Filter gegen 3% der Extensivnutzer
und ab geht's.


Wollen Sie mehr wissen?

  • Videoload jetzt Teil der Drosselung
  • Mittwoch, 1. Mai 2013

    Drosselkom - herje, warum denn nicht?

    Eigentlich wollten die Autoren des Blogs keine Lebenszeit für das Drosselkom-Thema nutzen. Wir erinnern uns alle: die Telekom plant, ihre ADSL-Internet-Flatrate-Tarife auf 75 GB SpeedStepDown zu limitieren.

    Der Termin ist gut gewählt, schließlich beginnt 2014 der HvT-Abriss. Die bisherigen Kundenverträge werden geändert werden müssen. Da ist verständlich, dass das T testet, was geht.

    Unverständlich ist die Empörung. VDSL-Tarife sind ja bereits auf 100 GB limitiert - und niemanden hat es bisher interessiert. Gerade VDSL, was primär zusammen mit Entertain ausgeliefert wurde. Man hat sich damals schon gewundert, wie das proprietäre System aus Unicast-Prefetch und Multicast-Distribution überhaupt von Dritten nutzbar sein soll. Netzneutralität? Bisher kein Thema.

    Doch nun soll alles anders sein. Zahlreiche Hobby-WLAN-Folks hängen an geteilten DSL'ern, so mancher Einstiegsprovider nutzt gebündelte ADSL'er als Upstream-Peering. All das wird nun ökonomisch hinterfragt, nicht unberechtigt. 75 GB sind daher für den Diskussionseinstieg sehr gut gewählt. Für einen einzelnen Privatnutzer ist diese Menge an Daten zur Zeit tatsächlich Utopie - schafft er nie, selbst mit Maxdome, Youtube und Windows-Updates zusammen.

    Das alles beweist nur immer wieder aufs neue, dass sich für VDSL bisher tatsächlich niemand interessiert hat. Nie im Leben hätte ein Mensch geglaubt, dass das, was bereits 5 Jahre usus war, plötzlich im Mainstream kritisiert wird. Willkommen in der neuen bunten Internetwelt!

    Hier muss man nicht mehr wissen.

    Eins noch: die Netzumstellung weg von den HvT's wird noch ganz andere Blüten hervorbringen. Man denke da an "nur noch per LTE versorgbare Kunden". Das alles ist schon jetzt eingepreist.

    Dienstag, 9. April 2013

    das kälteste aller kalten Ungeheuer

    wie es Nietzsche nennt, hat die engagierten Netzbetreiber wieder daran erinnert, dass der Winter bleibt. Wettbewerb ist eben nichts anderes als der Versuch, Begierden zu wecken. Nietzsche weiter: "Vernichter sind es, die stellen Fallen auf für Viele und heissen sie Staat: sie hängen ein Schwert und hundert Begierden über sie hin." Heute ist wieder einer dieser Tage der Wahrheit. Ein Tag, an dem eine weitere Falle zuschnappt. Der Leser des Blogs kennt das schon.

    In purer Salamitaktik wurstelt die Telekom seit Jahren in die Köpfe der Menschen. Versprechen und Zugeständnisse lösen einander ab. Gefühlt geht es voran. Doch mit beiden erkauft sich die Telekom Schritt für Schritt das Monopol zurück. Ein langer Marsch, der langsam am Ziel angekommen scheint. Und wenn man erstmal nichts mehr anderes kennt, wird auch nichts anderes mehr gegessen!

    Die großen Ausbauversprechen wurden nicht gehalten, vor allem nicht auf dem Land. Der Staat hat daraufhin freiwillig mit dem Konjunkturpaket seit 2009 nachgeholfen. Geld, Geld und nochmals Geld wurde dem Monopolisten in den letzten fünf Jahren vorn und hinten zugesteckt. Man lese die Ausschreibungsstatistiken zur Breitbandförderung! Schritt für Schritt hat sich der Staat damit auf dem Land ein gefestigteres Monopol geschaffen. Die Hauptargumentation beim Zuschlag für die Telekom waren oft die ihr auferlegten Regulierungsbestimmungen. Dann könnten das neue Netz auch andere nutzen...

    In den Städten oder dicht besiedelten Gebieten will es dagegen nicht klappen. Hier nutzen andere. Der Wettbewerb investiert fleißig mit eigenem Kapital und wirbt sogar erfolgreich Kunden ab. Zeit für die nächste Salamischeibe - Vectoring. Man müsste wieder Monopolist werden, um die Aufgaben zu erfüllen, die der Wettbewerb schon erfüllt. So lautet die Klageschrift der Telekom.

    Der Staat hat soeben eingelenkt. Nach einem ersten Entwurf der BNetzA darf die Telekom dort Monopolist sein, wo sie will, im übrigen auch nachträglich. Ein Regionaler Anbieter muss das Feld räumen, wenn er bestimmte Auflagen nicht erfüllt. Auch auf dem Land!

    Beim Bürger gehts vorbei. Was soll es auch, Hauptsache ist doch, dass "DSL" anliegt. 50, 100, 200 MBit/s - wer weiß schon, was da durch den Ether geht. Und die Vielfalt an Anbietern, die da möglich scheint -  Eigenmarke Congstar, Hauptreseller 1&1 und das Magenta T vermutlich. Alle anderen wollen ja schon gar nicht mehr mit dem Magenta Riesen. So toll ist die Zusammenarbeit. Vodafone setzt auf LTE, Telefonica und QSC ziehen sich aus den Hauptverteilern zurück, die es ab 2014 ohnehin immer weniger geben wird.

    Mit Vectoring wird's wie beim LTE oder VDSL. Erst die nächste Technologiegeneration erklärt uns dann ganz genau, was mit der bisherigen eigentlich so alles schief lief. Dann fragt man sich wieder, wie schlecht alles bisher war und freut sich auf die Zukunft.

    Wir geben hier eine kleine Prognose ab. Kupfer bleibt Kupfer. Wer bisher trotz ADSL2+ am KvZ keine 16 MBit/s hatte, wird ohne Umzug kein VDSL mit 50 MBit/s bekommen und auch kein Vectoring mit 100 MBit/s. Und da die Telefonnetze nun einmal baumartig in der Landschaft verzweigen, müssen sich die hinteren Reihen auch nicht unbedingt angesprochen fühlen. Vectoring entfernt das Nebensprechen. Eine Leitung verhält sich also so, als wäre sie allein. Turbo kann man das nicht nennen, eher Bugfixing. Auf 500m ist Ericsson damit auf 80 MBit/s statt 50MBit/s gekommen. Soweit die Fakten.

    Von Interesse ist dies ohnehin nur für 1% der Bevölkerung. Wer glaubt, mit der Geschwindigkeit kann man das Kartell der Kabelnetzanbieter - der eigentlichen Konkurrenz der Telekom in den Städten - brechen, der irrt. Ein Kabelnetzanbieter wird zunächst immer versuchen, einen Deckungsbeitrag pro Wohnung zu kassieren, gern gesehen sind ca. 10 EUR pro Monat und Wohnung. Die stammen direkt aus der Miete. Daraus schlägt er Kapital und bewirbt später scheinbar günstige Upgrades, wie 12,90 EUR für einen Internetanschluss oder weitere 19 EUR, damit der Kunde auch mal RTL sehen darf. Unterstützt wird die Branche vom SAT-Anlagen-Verbot. Mit 100 MBit/s Downloadrate hat das gar nichts zu tun.

    Die 100 MBit/s sind also nur ein Monopolisierungsvorwand. Manchmal lassen sich ja Menschen auf völligen Blödsinn ein. Bei solch kompetent untersetzten Behörden kann man sich das nicht vorstellen und muss sich folglich wieder an den Nietzsche halten, um es verstehen zu können.

    Wollen Sie mehr wissen?


    Wollen Sie es genau wissen?

    Dienstag, 26. Februar 2013

    Der Winter kommt!

    Ein neuronales Experiment.

    Robb Stark's Bedenken in aller Munde. Wer nicht weiß, wer Robb Stark ist, sollte einen Blick in die aktuelle Serienlandschaft werfen - "Game of Thrones" (GoT) ist nach dem Print-Bestseller ein Quotenhit aus US. Robb meint: "Der Winter kommt."

    Auch wenn uns die sogenannten Wissenschaftler seit Jahren einen klimatischen Erwärmungsbären auf den Rücken gebunden haben und die Politik diesen gern mit CO2-Gift-Zertitikaten und Energiekostensteigerung begegnete, scheinen die fetten Sommer-Jubel-Jahre jäh zu Ende zu gehen, denn es wird kalt. Da haben wir am falschen Ende gespart?

    Die Gnostiker wissen es. Die Experten leugnen es. Warmzeiten, Kaltzeiten wechseln sich ab - ein Narr, wer extrapoliert.

    Da wir uns hier primär dem Thema Breitband widmen, darf man die technologisch gedeutete ewige Skalierung nach oben als These von Experten deuten. In der Chipentwicklung wurden längst die GHz-Wettstreite mit denen der Core-Anzahlen abgelöst. Videoströme werden eher kleiner als größer. Und die Bandbreitennutzung wächst immernoch nach aktivierter Anwendung und Anwender statt nach pauschalem Monatsdurchsatz. Staatskanzleien sprechen man von zukünftigen Terrabit, obwohl der Bürger mit wenigen Mbit/s voll zufrieden scheint.

    Experten extrapolieren - nicht zu Unrecht.

    Expert (lat. "erprobt") deutet auf erlebte Erfahrung. Dies ist gut für Dinge, die sich häufig wiederholen, schlecht für solche, die für ihre Wiederholung länger benötigen, als man sich thematisch damit beschäftigt hat. Historiker bemüht ein Experte in der Regel seltener, da eigenes Erleben über Geschichte gestellt wird.

    In "GoT" dauern Jahreszeiten Jahre und nach einem sehr langen Sommer kommt nun der Winter. Und während man in den dort etablierten Häusern noch um Throne kämpft, steht einer der längsten Winter schon vor der Tür. Den Winter kennen viele nicht einmal.

    Die Sonne beherrscht nicht nur die Jahreszeiten, das Klima, sie beeinflusst die Wolkenbildung, die Psyche der Menschen, hier im realen Leben. Die Winter der letzten Jahre waren die sonnenärmsten, ungemütlichsten und kostenintensivsten.

    Normativ befinden wir uns seit 2010 in einem neuen Zyklus. Die Anzahl der Spots pro Jahr steigt zwar seitdem wieder, aber in einem unerwartet niedrigem Maß. Die NASA schiebt alljährlich das zu erwartende Maximum weiter in die Zukunft. Man könnte meinen, die NASA berichte über die Währungstabilität des EURO, Politikbegeisterung, wirtschaftliches Wachstum oder Kinderreichtum.

    Tag der Wahrheit? Der Winter ist schon da!

    Und in der Regel erwarten uns weitere 15 Jahre Winter. Die Hoffnung auf den ewigen und immer stärkeren Sommer wird sich an der kalten Wahrheit messen müssen.

    Der Winter ist nicht schlimm. Im Winter rückt man zusammen. Man überdenkt. Man ruht.

    Wollen Sie mehr wissen?
  • Game_of_Thrones bei Wikipedia
  • Sonnenzyklenprognose aus 2008
  • aktueller Zyklus (NASA)
  • Montag, 25. Februar 2013

    Tod des Telefonnetzes - zweiter Akt

    Nachdem die Einführung paketvermittelter Telefonie (VoIP) inzwischen allen Kritikern zum Trotz eingeführt wurde und das Telefongespräch vom Festanschluß oder Mobiltelefon befreite, sprengt ausgerechnet einer der großen Mobilfunkanbieter, also einer, der jahrelang mit Telefonminuten die höchsten Profite eingefahren hat, die nächste Barriere: Telefongespräche kosten nichts mehr.

    Selbst wenn es nur ein Werbegag eines sterbenden Netzanbieters sein sollte. Die Idee ist ausgesprochen und wird weitere Anhänger finden.


    Wollen Sie mehr wissen?
  • mit O2 kostenlos telefonieren
  • Freitag, 7. Dezember 2012

    Die Zauberbox

    Da es die Technologien des Monopolisten allein nicht schaffen, mittelfristig eine zukunftsweisende Performance beim Kunden zu realisieren, sollen sich die beiden Problemkinder VDSL und LTE gegenseitig helfen. Höchstsummarisch und genauso spekulativ sollen dann bis zu 200 MBit/s erreicht werden.

    Die sogenannte "Hybridbox" soll es schaffen, beide Welten irgendwie zu bündeln.

    Mit der Zauber- bzw. Hybridbox soll aber nicht die theoretische Zukunftsfähigkeit gelöst, sondern das morsche Telefonnetz per Katheder am Leben und in der Diskussion gehalten werden. Denn der Glasfaserausbau der Telekom beschränkt sich weiterhin auf wenige der grauen Kästen am Straßénrand (seltene Leuchtturmprojekte ausgeklammert).

    Der Weg ins echte Glasfaser bleibt damit noch sehr lange versperrtm, vor allem in der öffentlichen Wahrnehmung. Der Markt wird sich lieber in Deutungsversuchen suhlen, ob die 200 MBit/s nun erreicht werden oder nicht. Die 200 MBit/s wären damit öffentlichwirksam in die Köpfe der Menschen geplanzt.

    Dabei hat VDSL in der flächendeckenden Praxis schon bei 50 MBit/s so seine Probleme und auch mancher LTE-Nutzer wird beim Erreichen der 40 MBit/s-Marke überrascht zeigen. Wie daraus 200 MBit/s in Summe werden, kann man nur erraten. Die Zauberei geht also weiter.

    Wollen Sie mehr wissen?
  • Hybridbox im Konzernbericht der Telekom
  • Mittwoch, 28. November 2012

    Alles mein.

    Die Filmindustrie wettert gegen das Internet, seitdem dieses Medium fit genug ist, Filme in hinreichend guter Qualität zu übertragen. In früheren Beiträgen hatten wir schon den Gegenläufigen Trend von wachsenden Bandbreiten der Zugänge vs. sinkenden Bandbreitenbedarf der Videokompression berichtet. Vermutlich wird man mit der Einführung des H.265 Codecs mit einem 2MBit/s-Anschluss flüssig und sehr scharf 1080p-Filme (derzeitiges "Full HD" oder "2K") sehen können. Es ist also technisch längst kein Problem mehr, Filme vom einen, zum anderen Ende der Welt zu kopieren.

    Fragen

    Während gewerblicher Vertrieb von unerlaubt kopierten Inhalten in jedem Fall bedenklich ist und ohnehin als Geschäftsmodell seine eignen Schwierigkeiten bergen wird:
     
  • wer gibt schließlich Geld für etwas aus, um es dann noch nicht einmal rechtmäßig zu besitzen?
  • wie billig müsste man dann anbieten?
  • wie wickelt man den Zahlungsfluss nachweisfrei ab?

  • so stößt doch die kostenfreie Teilhabe an privaten Kopien in eine ganz andere Richtung vor:
     
  • warum sollte jemand sich die Mühe machen und seine privaten Kopien anderen bereitstellen?
  • wenn kostenfreies Gut verfügbar ist, würde die Hemmschwelle der Nutzung gesenkt?
  • wie prägt der Konsum neuen - bisher unbekannten oder unbezahlbaren Guts?

  • Fakten

    Fakt ist, Nutzer konsumieren viel mehr, wenn ein kostenloses Angebot existiert.

    Fakt ist, einige Nutzer werden den kostenlosen Konsum gegen den kostenpflichtigen Konsum tauschen, Schaden entsteht.

    Allein daraus leitet sich schon ab, dass nicht jeder gesteigerte kostenlose Konsum einen Schaden im Sinne einer entgangenen Einnahme darstellt.


    Fakt ist aber auch, dass Nutzer nur bereit sind zu konsumieren, wenn sie den Inhalt kennen und sich vorab eine Meinung darüber gebildet haben. Niemand kauft unbekanntes. Diese Bedingung entfällt aber bei kostenfreiem oder günstigem Konsum. Der Konsument erweitert seine Meinung. Neue Chancen für den Verkauf?

    Pro Jahr werden weltweit über 5000 Kinofilme produziert (in Deutschland nur über 100). Eine Meinung haben wir uns in der Regel nur über die Filme gebildet, die beworben und in naher Zukunft zum Verkauf im nächsten Lichtspielhaus oder im Einzelhandel angeboten werden. Besonders stark werden Blockbuster beworben.

    In einer Studie, die an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und der Copenhagen Business School enstanden ist, wurden 1344 Filme in 49 Ländern über einen Zeitraum von fünf Jahren beobachtet. Zum Zeitpunkt der Abschaltung einer der größten Filesharingdienste (Megaupload 01/2012) seien die Einnahmen vieler Kinofilme messbar zurückgegangen. Nur Große Blockbuster-Produktionen wären nicht von dem Effekt betroffen gewesen.

    Filesharing hilft also der Filmbranche?

    Wer sich also schon immer gefragt hat, warum Hollywood jeden guten Film noch einmal als schlechtes Remake herausbringt, der wird ahnen, dass es hier gar nicht um Qualität oder Kreativität gehen kann. Für Hollywood ist Filesharing schädlich, da es dem Konsumenten die Vielfalt der Branche zeigt, dieser lernt und entscheidet unter Umständen in Zukunft anders.

    Beim genaueren Hinsehen scheint auch das Vorgehen gegen den Filesharingdienst Megaupload mehr als ein Schlag gegen mögliche Unterstützung bei Urheberrechtsverletzung gewesen zu sein.


    Wollen Sie mehr wissen?
  • Filmproduktionen weltweit
  • Remakes, ein Auszug
  • Untersuchung der LMU München
  • Verlustmärchen der Filmindustrie
  • weitere Motive für Megaupload-Abschaltung
  • Sonntag, 11. November 2012

    Startschuss zum Remonopolisierungsturbo

    ...ein Blogautor würde sich wohl nach knapp 10 Monaten Sendepause schämen und entschuldigen. Ein Medium, was schweigt, ist sicher kein Medium? Wir finden: auch Schweigen kommuniziert. Denn beim Breitbandausbau in Deutschland muss klar attestiert werden, dass konzeptionell nichts wesentlich neues passiert ist. Und nur darüber wollen wir berichten.

    Zur Sicherheit fassen wir die Geschehnisse zusammen:

    Die Remonopolisierung der örtlichen Telefon-Infrastruktur schreitet weiterhin unaufhörlich voran, Mobilfunker verkünden immernoch imaginärste Bandbreiten und der Festnetzfunk (WMAN) erschließt nach und nach Gemeinden, Gewerbegebiete und kleinere Städte. Die Breitbandberater und Planungsbüros reden wiederholt von Terrabits, Glasfaser und vor allem vom beratungs- und planungsaufwändigen Tiefbau (nur 50% der Kosten stehen fürs Buddeln). Und die Kommunen werfen stets allzugern dem magenta Riesen die Kohle für smartes Patchwork seiner alten Drähte hinterher.

    Nun bahnt sich ein neuer Meilenstein in der Remonopolisierung an. Der rosa Monopolist hat sein größtes Problem zum argumentatorischen Zugpferd verdreht - das "Übersprechen". (Eigenstörung der Telefonleitung)

    Er hätte eigentlich zugeben sollen, dass das Konzept Telefonkabel auf dem letzten Loch pfeifft. Viele Fördermillionen wurden unter dem Telefonkabel-Pseudonym "Glasfaserausbau" (FTTC) dem Monopolisten zugesprochen. Doch wer würde mit dem Wort Glasfaserausbau eine maximale Versorgungsquote von nur 50% verbinden? Niemand.

    Stattdessen steigt das T in die nächste Pokerrunde ein. Man verspricht der Politik "bis zu" 100 MBit/s per Telefondoppeldraht, wenn man zugleich wieder exklusiv in den grauen Kästen am Straßenrand tätig werden darf. Die Wettbewerber, die auf Basis eigener Investitionen bisher ebenfalls dort werkelten, müßten dort wieder raus.

    Warum sollte der Staat hier mitgehen, wo er doch die Telefoninfastruktur bereits selbst bezahlte, zahlreiche Zuschüsse über Kommunen und Landkreise in weiteren Ausbau der Telekom steckte und die LTE-Frequenzen fast verschenkte, um in Stadt und Land überall 100 MBit/s zu haben?

    Und was haben diese versprochenen "bis zu" 100 Mbit/s mit einem Glasausbau zu tun?

    Nebelkerzenalarm für bildungsschwache Volksvertreter!


    Wollen Sie mehr wissen?

  • Breko gegen Vectoring
  • Donnerstag, 19. Januar 2012

    Vectoring - NGN wirft seine Schatten voraus.

    Die Kupferleitungsbetreiber waren mal wieder ehrlich. Nach den Förderphasen zur Grundversorgung gibt man in hohen politischen Kreisen (zur Zeit EU) endlich zu, dass man mit Kupferleitungen soweit am Ende ist, da sich diese gegenseitig stören, erst recht bei den gewünschten hohen Bandbreiten (NGN).

    Dem Mainstream konnte man bisher nur die Fassung mit der Leitungslänge erklären, da sich hier genügend Argumentationspotential für Glasfaserstrecken zum örtlichen Verteiler bot. Je länger, desto schlechter - das war auch einfach zu verstehen. Und mit Glas ersetzt, heißt verkürzt, da Glas so schnell sei.

    Zurück zum Nachbarschaftsproblem im Kabelbündel: Wenn ein Teilnehmer 16 MBit/s bestellt, bekommt er diese Bandbreite (nah genug am Verteiler). Wenn mehrere 16 MBit/s bestellen, bekommt jeder nur eine Fraktion, da sich die Leitungen im Betrieb gegenseitig stören.

    Warum nun diese Ehrlichkeit? Neues Jahr - neue Vorsätze?

    Das Thema ist so alt, wie die Technologie, seit Jahren forschen Ingenieure und Wissenschaftler. Eine Methode, die Störungen zu kompensieren, lautet Vectoring. Mit Vectoring wird nicht nur ein Kabel als einziges, sondern alle Kabel im Bündel zusammen betrachtet und die Art und Weise deren Betriebs optimiert, man könnte auch sagen: neu arrangiert.

    Dazu muss man eben aber alle Kabel zusammen arrangieren können. Diese Aufgaben übernimt ein Gerät, an dem alle Kabel im Verteiler übergeben werden. Ein Gerät also für alle Kabelenden.

    Zur Zeit investieren sehr viele Breitbandfirmen in Glasfaserstrecken, um mit ihnen den nächsten Internetknoten direkt mit dem örtlichen Kabelverteiler zu verbinden. Allerdings wird dazu eben kurz vor dem Verteiler von Glasfaser auf Kupferleitungen umgesetzt, die dann als "erweiterte Kabelenden" des Verteilers dienen. Das ist mit Vectoring ausgeschlossen.

    Wo soll man also dieses "Vectoring" betreiben? Die erweiterten Kabelenden betreffen ja nur einen Teil der Kunden, nämlich den, der sich für den Alternativanbieter entschieden hat. Man wird das Gerät im bestehenden Verteiler aufbauen müssen. Wenn das Vectoring-Gerät im Verteiler des T die Kabel des T nutzt, sollte es dann nicht auch dem T gehören und von ihm betrieben werden? Ein neues Monopol.

    Dem Vectoring wird die Politik nicht entsagen, denn tatsächlich werden die maximalen Bandbreiten auf den Kupferleitungen etwas erhöht. Man strebt politisch schließlich 50 MBit/s an. Mit der Monopolentscheidung werden dann wiederum dem T Ausbauverpflichtungen auferlegt. Wenn schon Monopol, dann auch überall.

    Das Investment der Breitbandpioniere, die nur auf Glasfaserstrecken zum nächsten Kabelverteiler (oder -verzweiger) setzten, müsste neu berechnet werden.

    Natürlich besteht dann noch die Möglichkeit des virtuellen Entbündelns, wobei man verwundert feststellt, was das dann genau sein soll - denn Zugang zu Bitstream gibt es ja bereits zu entsprechend höheren Einkaufskonditionen. Und man kommt ins Grübeln, wozu dann diese zweite Glasfaserstrecke noch benötigt wird.


    Wollen Sie mehr wissen?
  • EU zum Vectoring
  • Donnerstag, 17. November 2011

    Sachsen-Anhalt hat fertig - mit Breitband und so.

    Man hat allen Bürgen 2 Mbit/s bereitgestellt, lautet es aus der sachsen-anhaltinischen Staatskanzlei. Neue Töne? Kein Wahnsinn mit Förderung mehr? Endlich Vernunft und Dialog mit Anbietern und Bürgern? Wir schauen genauer hin.

    Im September verkündete die neue Staatsregierung in Sachsen-Anhalt noch, die Versorgung mit Breitbandanschlüssen habe sich deutlich verbessert, schließlich wurden 25 Mio EUR fast konkurrenzlos an den rosa Riesen überwiesen (unwesentliche Ausnahmen gibt es sicher). 280.000 Einwohner in 530 Dörfern und Stadtteilen konnten sich über gewohnte, alte, dünne und vor allem immer noch langsame Kupferkabel freuen.

    Kurz zuvor regte die Linke im Landtag noch eine Evaluation, eine neue Strategie für flächendeckend schnelle Internetverbindungen in Sachsen-Anhalt vorzulegen, welche neben Breitband auch andere Übertragungstechnologien, wie Fiberoptik und Funkübertragung, umfasst.

    Da ist es doch schön zu wissen, dass die Telekom - die zweifellos zu den aktiven Lesern dieses Blogs gehört - inzwischen stark mit Technologie-Mix wirbt: langsames LTE (wo bleiben die 100 Mbit/s?), langsames DSL (wer hat schon 16 Mbit/s?) und Glas überall dort, wo man es gar nicht erwartet.

    Es wird also munter im Wahnsinn 2.0 münden, wir berichten!


    Wollen Sie mehr wissen?
  • Breitbandsituation verbessert
  • Linke will nun Technologie-Mix
  • Dienstag, 15. November 2011

    Breitbandförderung als Sandbox

    Der politische Wille ist in Deutschland bedenklich. Seine Wirkung lässt oft böses deuten. Am nähesten kommt man der Wahrheit aber mit dem Attestieren purer Naivität. Dies soll am Beispiel des Burgenbauens erläutert werden.

    Wenn sich Kinder im Sandkasten treffen, um mit Sand Burgen zu bauen, wird sich die Politik schon ausdenken müssen, wie das abläuft, denn es gibt Unmengen von Kinder und es gibt wenig Sand, im übrigen auch nur eine begrenzte Anzahl von Sandkasten. Einige Kinder sind in der Vergangenheit auffällig gewesen, Sand einfach mit nach Hause mitgenommen zu haben. Andere Kinder sind als streitsüchtig bekannt. Vielleicht sollte man auch nur Kinder in den Sandkassen lassen, die überhaupt in der Lage sind, Burgen zu bauen und dies auch wollen. Die Politik wird und will hier sicherlich niemals einem Burgenbauer die Hand führen, sondern nur den Rahmen stecken.

    Es wird also Regeln geben müssen. Und es wird Zugangskontrollen geben, die absichern, dass nur Kinder in den Sandkasten kommen, die sich an die Regeln halten. Es wird Sinn machen zu prüfen, ob man in dem jeweiligen Sandkasten überhaupt Burgen bauen kann. Um die Ökonomie zu befriedigie, wird jedes Kind möglichst seinen eigenen Eimer mitbringen müssen. Die Verwendung von Sand wird auf eine maximale Anzahl von Eimern Sand limitiert. Wer sich daran nicht hält, fliegt raus. Damit dies eingehalten wird, gibt es Kontrollpersonen, die dies beaufsichtigen. Weil man keine Experten für Sandburgenbau finden kann, die nicht schon für Sandburgenbauer arbeiten, nimmt man hierfür ehemalige Obsthändler, die nicht mehr mit Obst handeln, weil das zu kompliziert war.

    Doch es geht noch weiter, denn es besteht Konkretisierungsbedarf. Sonntags muss jedes Kind vor Antritt noch darlegen, wie und welche besonderen Planungsabsichten zum Burgenbauen bestehen. Man möchte ja schliesslich ein geschlossenes Burgenbild, keine kunterbunte Welt. Und Kinder aus der Unterschicht dürfen maximal 3 Burgen innerhalb von 3 Jahren bauen, auch müssen sie die Hälfte des Sandes selbst mitbringen. Wer in einer Woche 4 Burgen bauen möchte, muss nachweisen, dass er schonmal 2 Burgen gebaut hat. Und größere Burgen, die an zwei Tagen Bauzeit entstehen sollten, werden nur geduldet, wenn die allgemeine Auffassung bestätigt, dass dieses Kind so etwas überhaupt könne.

    Man sieht deutlich, dass aus der anfänglichen Absicht eine Teilnehmerselektion entstanden ist. Einige Kinder werden es schwerer haben, anderen wird es leichter gemacht. Es kann auch sein, dass viele Burgenbauer völlig ausgegrenzt werden. Kann so überhaupt noch das Ziel erreicht werden? Inzwischen wurde das Mittel zum Ziel. Politisch gilt es nun nicht mehr als Erfolg, wenn gute Burgen mit wenig Sand gebaut werden, sondern die Tatsache, dass sich wenigstens ein Kind im Sandkasten austoben darf, am besten immer dasselbe, da ist man vor Überraschungen sicher, selbst wenn es am Ende nur einen Erdhaufen statt einer Sandburg baut. Doch wenigstens etwas, sagt sich da der Leser.

    Doch projeziert man den geförderten Breitbandausbau in Deutschland auf den Sandburgenbau, so hat es hier ein Kind geschafft, täglich mit dem Laster an den Sandkasten zu fahren, den ganzen Sand abzuholen, um im Gegenzug nur ein Bürgchen zu hinterlassen. Dass in Einzelfällen auch mal ein anderes Kind in die Nähe des Sandkastens durfte, kann vernachlässigt werden.

    Dem Leser wird nun sicherlich klar, dass das Ziel gehörig verfehlt wurde, der Sand weg ist, es auch keinen Sinn macht, unter denselben Bedingungen mehr noch mehr Sand bereitszutellen und eigentlich nur noch bleibt, dem politischen Willen unlimitierte Naivität zu attestieren.




    Sie wollen sicher nicht mehr darüber wissen.

    Montag, 25. Juli 2011

    Marktversagen attestiert, um Markt abzuschaffen

    Marktversagen ist ein wirtschaftswissenschaftliches Konzept für Situationen nach neoklassischer Grundlage. Mit dem Satz ist eigentlich alles gesagt. In der Breitbandversorgung attestierten die formals Gemüse verkauft habenden Berater seit 2 Jahren "Unversorgtheit". Millionen Gelder fließen dem magenta Dinosaurier zu, als ob er ohne diese Gelder schon verhungert wäre und deshalb seine Eltern nochmal kräftig füttern. Als "lukrativ" beurteilt daher das oft unliebsame Kind den heimischen Markt in seiner letzten Bilanz.

    Als zentrale Ursachen von Marktversagen gelten Informationsasymmetrien, natürliche Monopole sowie öffentliche Güter. Für all dies steht implizit der Staat. Durch die Bezuschussung der Deutschen Telekom in der Breitbandförderung werden diese Faktoren aber nicht abgeschafft, sondern verstärkt. Man könnte sagen, der Staat schafft soeben den Markt ab.

    14 Millionen EUR zahlte am vergangenen Montag der Landkreis Bautzen (Sachsen) an den rosa Riesen zur Versorgung weißer Flecken. Da hörte man "etwas VDSL sei dabei", DSL sowieso und natürlich viel "neues HSPA". Verwundert schaut sich der Pressemitteilungsexperte um - HSPA war doch schon deutschlandweit ausgerollt, laut Herrn Obermann? Haben da alle etwas überlesen? Es soll sogar LTE gefördert werden? Waren die LTE-Ersteiger nicht ohnehin dazu verpflichtet, die Region zu erschließen?
    Nicht einmal die Telekom scheint zu lesen, was sie selbst verbreitet. Die Informationsasymmetrie steigt enorm an.

    Auch das "natürliche" Monopol wird gefestigt. Denn überall dort, wo das T mit Glas erschließt - sei es auch nur 1cm - gehört ihm der Markt. Die anderen dürfen per Resale einkaufen, wenn es dem T genehm ist. Wir erinnern an die Vodafone-Klage vom letzten Jahr. 50% der Schaltungen des T-Vorleistungsprodukts schlugen fehl. Zufall?

    Auch wenn die Presse sich zur Zeit politisch angeordnet mit Breitbandbeauftragungen überschlägt, das Monopol wurde gestärkt und damit das strukturelle Problem verschlimmert.

    Wollen Sie mehr wissen?
  • Marktversagen
  • 14 Millionen ade
  • Vodafone verklagt Telekom
  • Dienstag, 31. Mai 2011

    Ein Quantensprung

    ... in Sachen Erkenntnis hat sich offenbart. Zwei Monate lang kein neuer Blogeintrag. Was ist der Grund dafür? Der Tag der Wahrheit fand statt.

    Das neue LTE-Netz, das eben weder 4G, noch eine Innovation darstellt, da ein Großteil der Verfahren aus der WiMAX-Entwicklung entliehen sind, liefert nun echte Messergebnisse, im Feld beim Kunden, während er im Internet surft. Aber halt! Soweit sollte es gar nicht erst kommen. Denn LTE, so sagen zahlreiche Nutzer, schafft nicht einmal eine stabile Einwahl ins weltweite Datennetz.

    Diejenigen, die es dann unter besonders günstigen Umständen überhaupt schafften, melden Datenraten von 3 statt 6 MBit/s. Da liegt es nahe zu vermuten, dass hier auch bei Buchung eines höheren Tarifes, wie 50 MBit/s ebenfalls nicht mehr als 3 MBit/s anliegen dürften.

    Wer diesen Blog aufmerksam gelesen hat, wird nun nicht nur den Betrug am Kunden erkennen, sondern auch den am Bürger. Denn die 800 MHz und 2 GHz wurden nur deshalb an die Konzerne "verschenkt", damit es stabile und zukunftsfähige Breitbandzugänge gibt.

    Stabile und sogar symmetrische 3 MBit/s über Funk realisiert der WMAN Ausbau seit 2007 in der Fläche. Dafür benötigt man alles andere als einen Hype.

    Wollen Sie mehr wissen?
  • LTE macht Probleme
  • Nutzer melden LTE-Probleme
  • LTE ist nicht 4G
  • Freitag, 1. April 2011

    Back to the roots. Jeder Anwendung ihre Technologie.

    Das Vorzeigekind in Sachen (Pseudo)-Glasausbau und Bandbreitenausbau rudert konzeptionell zurück. Statt gebetsmühlenartig weiterhin den Bedarf an 50 MBit/s pro Privathaushalt zu verkünden, sattelt der (Ex-)Monopolist um und verlegt einfach die bandbreitenhungrigen TV-Anwendungen dorthin, wo sie seit Jahren erfolgreich betrieben und angeboten werden - auf den Satelliten. Für TV-Verbreitung ist der Satellit einfach ideal. Dennoch ist man hier weitaus sportlicher, denn das TV-Programm der Telekom kostet schliesslich monatlich ~15 EUR. Der ein oder andere könnte vor dem Hintergrund der free oder almost free Angebote von Astra und Eutelsat empört reagieren.

    Was bleibt dann vom Angebot noch übrig? Eigenartigerweise findet man mit 3 MBit/s genügend Bandbreite, um Internet, Festnetztelefonie und noch etwas Video-on-Demand zu bestreiten. 3 MBit/s sind für 80% der Teilnehmer genug, sofern sie denn anliegen. Bei einem so flächendeckenden Angebot könnte die Telekom noch über so manchen ihrer Kupferdrähte stolpern. Wir deuten das mal als Zustimmung der Think-Tanks der Produktabteilungen der Telekom zum jahrelangen Statement dieses Blogs.

    Jetzt bleibt nur noch die Frage, warum die Bundesregierung immer noch an ihren (verordneten) 50 MBit/s festhält? Wir zitieren hier spontan die CDU/CSU-Fraktion in ihrem kürzlich gefassten Beschluss:

    "Zum 1. Januar 2012 wird eine Universaldienstverpflichtung eingeführt, die auf einer Bandbreitenvorgabe von 16 MBit/s beruht [..] Die Breitbandstrategie der Bundesregierung flankierend, wird diese Vorgabe zum 1. Januar 2016 auf 50 MBit/s [..] erhöht. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) verpflichtet auf dieser Basis die Anbieter von Breitbandinfrastruktur zur Versorgung von Gebieten, bei denen Ausschreibungen keine geeigneten Angebote erbracht haben. Zusätzliche [..] öffentliche Mittel werden nicht zur Verfügung gestellt."

    Nein, das ist kein Aprilscherz.

    Wollen Sie mehr wissen?
  • 3 Mbits genug ohne TV
  • Montag, 28. März 2011

    LTE bei 800MHz nicht legaler

    LTE oder HSDPA+, gern auch "nicht ganz 4G" oder UMTS 3.x genannt, ist auf den 800 MHz Frequenzen zunehmend illegal. Die Politik freute sich schon, wie sie einerseits das Problemkind "Breitband auf dem Land" superschnell loswerden konnte, allen Erfolgen der ausbauenden Kleinunternehmen zum Trotz und auch etwas zum Schure. Ein Mogel-19,95 EUR-Breitbandanschluss per uralt-Kupferkabel (auch DSL genannt), was die meisten Bürger wollen, war nicht drin. Dafür hätte zuviel Glas verbaut werden müssen. Allein diese Kombination ist an Selbstironie nicht mehr zu überbieten. Jetzt kommt der Paukenschlag der Verwaltungsrichter hinzu. Die 800 MHz einfach so an wildgewordene Großkonzerne zu vergeben, sei nicht ganz rechtens. Ob sich das die Gutsherren-Politik gefallen läßt?

    Erst vor kurzem schrieb die CDU/CSU (genauer: Arbeitsgruppe Wirtschaft und Technologie) in ihrem Positionpapier zum Breitbandausbau zusammen, dass man sich von einer unabhängigen Instanz (hier der Regulierungsbehörde) nichts mehr sagen lassen wolle, sondern diese dem Wirtschaftsministerium unterstehen müsse, und das natürlich den lobbygesteuerten Politikern, im Ergebnis den drei Breitband-Oligarchen. Nur so wäre ein "Universalanschluss" überhaupt machbar. Im übrigen sollen Funkanbieter zu "nationalem" Roaming verpflichtet werden, damit der Politiker, der sich am Wochenende in seine Villa auf dem Land zurückzieht, eben auch regional vernünftig surfen kann, trotz seines Supi-Tarifs bei den Oligarchen (T-Com, Vodafone, Telefonica), der dann eben doch wieder vom Ländle halt macht.

    Wollen Sie mehr wissen?
  • Rechtsunsicherheit bei LTE
  • LTE kein 4G
  • Freitag, 25. März 2011

    Die Annahme, mehr Daten sei gut, ist nicht mehr wahr.

    Google's neues Magazin "Think Quarterly" startet mit Abstand zur Lobby und doch mitten im Business. In der Vodafone-Schaltzentrale erinnert Guy Laurence, wie über Jahre hinweg der Zugang zur Information das große Problem darstellte. Doch inzwischen ist es der Informationsüberfluss: “We were brought up to believe more data was good, and that’s no longer true... My kids weren’t taught that huge volumes of data were great.”

    Der Mann, der 45.000 Gigabytes pro Tag transportieren muss, weiß, wovon er spricht. Statistisch sind dies 4 Gigabit/s im Mittel, die von ca. 340 Mio Mobilfunknutzern und knapp 6 Mio Festnetznutzern weltweit erbracht werden, also im Mittel 12 bit/s pro Nutzer. Würde jeder Nutzer nur eine Stunde am Tag die Dienste nutzen, entspräche dies einer Bandbreite von 288 bit/s.

    Großer Umsatz und geringe Nutzung schließen sich demnach nicht aus.

    Wollen Sie mehr wissen?
  • Laurence im Interview
  • Jahresbericht März 2010
  • Sonntag, 20. März 2011

    Nirgends so gemütlich, wie bei Mutti

    ... sagt sich die Telekom und verkauft ihr US-Engagement VoiceStream alias T-Mobile USA für 39 Mrd USD, die dann doch hoffentlich in einem flächendeckenden Glas- und LTE-Ausbau in Deutschland enden? Zumindest hier in Deutschland und Europa scheint die Lobby noch (zu) viele Politiker und Bürgermeister überzeugen zu können.

    Das Musterland der Marktwirtschaft war wohl zu hart für das monopolverwöhnte Kind?

    Wollen Sie mehr wissen?
  • Telekom verkauft US Geschäft
  • Dienstag, 8. März 2011

    Mit Funk wär das nicht passiert...

    Derzeit trommelt die TK-Branche wieder kräftig nach Glasausbau. Zweifellos kann man mit diesem Siliziumdioxid sehr viel anstellen, wenn es denn an beiden Enden zugänglich ist. In der Regel bewerben die "Großen" einen Glasfaserausbau. Tatsächlich knüpft z.B. die Telekom nur ihre Schaltverteiler zusammen und Breitbandkabelanbieter ihre Wohnparks. In Anteilen gerechnet, könnte jede POF-Strecke in der Wohnung des Teilnehmers die "Glasfaser"-Quote der Gesamtstrecke vervielfachen.

    Es mehren sich die Projekte, in denen die Glasfaserstrecken nicht einmal 1/10 der neu geschaffenen Infrastruktur erreichen. Man nennt das dann FttC (Fibre to the Curb), FttB (Fibre to the Building) oder FttABtC (Fibre to Anything but the Customer). Die wenigen "Lichtblicke", bei denen tatsächlich der Teilnehmer Glas beim Leuchten zusehen kann, sind auf abzählbare Haushalte begrenzt. In den Berichten des Branchenverbandes Breko liest sich das dann so: "Mittlerweile nutzen bereits vier von 60 Kunden diesen schnellen Internetzugang. Die anderen 54 Bauplätze sind noch nicht bebaut."

    Die Branche bremst sich hier selbst aus, denn die Diskussion, Glasfaser auszubauen, hat gerade in der jetzt stattgefundenen/stattfindenden Breitbandförderung in den Köpfen der Breitbandberater und Kommunen oft dazu geführt, der Telekom den Vorrang einzuräumen. Wurde ein Schaltverteiler allerdings erst einmal mit Glasfaser angebunden, bleibt die Infrastruktur wieder auf dem letzten Meter des Monopolisten im Kupferzeitalter. Zudem lohnt der weitere Markteintritt für entsprechendes Investment in Glasfaser um so weniger. Der ganze Aufschrei nach Glas hat der Branche enorme Stolpersteine bereitet.

    Daher wendet man sich nun den Stadtwerken zu und erwartet von dort Investitionen. Mit kleinen Piloten wagen sich diese nun ins unbekannte Terrain und erleben dass die Akzeptanz eine andere, als bei Wasser und Strom ist. Das könnte man auch Kurztrip in die freie Marktwirtschaft nennen. Voll von Erlebnissen und Erkenntnissen kehren diese dann nach Hause zurück.

    Kabeltrassen - so meint man ja oft - sind ein sicheres Investment und können daher viele Jahre in der Zukunft noch Rendite einspielen. Zudem sollen sie ausfallsicherer sein. Tatsächlich ist die Nutzungsdauer von Leitungsinfrastruktur und deren (Sonder-)Abschreibungen technologiegetrieben. Dabei geht es nicht nur um Kabel in der Erde und deren Verlegungs- und Erhaltungsaufwand (Beschädigungen, Sabotage etc.), sondern um die Anschlusstechnik selbst, ob es sich nur um Leitungsverstärker oder Übergabepunkte handelt, die dann in mehr oder weniger umfangreichen Containern oder kleinen Bauwerken installiert werden. Stromversorgungen, USV, Klimatisierungen etc. ergänzen das Invesitionsportfolio. 20 Jahre in die Zukunft zu blicken, erscheint sehr vermessen. Möglicherweise wird die Leitungstrasse dann von einer Straße, Eisenbahn oder anderen Baumaßnahmen berührt, die kostenträchtige Änderungen nach sich ziehen. In vielen Städten fordern schon heute Rückbauprogramme in Wohnanlagen zur Neuverlegung von Teiltrassen. Mehr als 10 Jahre kommen für den Investor wohl kaum in Betracht, für Aktivkomponenten deutlich weniger.

    Dabei muss man nicht nur in die Zukunft prognostizieren, sondern kann gern die Geschichte bemühen. ARCOR wurde z.B. 1997 zum Inhaber der DB-Leitungsinfrastruktur, die hauptsächlich neben den Bahnkörpern verlegt war. Die Umwidmung von Grundstücken und deren Verkauf konnte die Aufwände zur Neutrassierung nicht decken, insbesondere außerhalb der Ballungsgebiete. Kabelbau ist keine sichere Investition in die Zukunft. Die Abschlusstechnik besitzt klassische Reinvestitionszyklen.

    Auch Vermutungen in Redundanz oder Sicherheit der Anlagen (weil im Erdreich verborgen) sind nur teilwahr. Zwei DSL-Anschlüsse an einem Ort sind alle andere als ein redundantes Anschlusskonzept. Letztlich ist es vergleichbar mit einem Stromausfall, bei dem es auch keine Rolle spielt, ob der Vertrag mit dem regionalen Versorger oder einem "Billigstromanbieter" getroffen wurde.

    Daher ist der Aufschrei, Glasfaser zu nutzen, also zu verlegen und aufgrund der mäßigen Armotisierungserwartung wenigstens 30 Jahre zu betreiben, ein hochriskantes Unternehmen und lohnt nur dort, wo entsprechende Refinanzierung zu erwarten ist. Dass die Menschen in Deutschland wenig Interesse haben, mehr als 30 EUR im Monat auszugeben, macht die Sache noch viel spannender.

    Natürlich misst die Politik gern Wertverlust gegen Aktivität und Arbeit auf. Sachsen-Anhalt z.B. baute Flughäfen und Stadien, die gar nicht benötigt wurden und kämpfte ab Bauabnahme mit deren Erhalt - ein andere Art der Arbeitsbeschaffung.

    Wollen Sie mehr wissen?
  • Studie Glaspiloten
  • Stromausfall im Bundestag
  • Mittwoch, 9. Februar 2011

    neuer Trick, alter Zauber

    Glas, Glas, es lebe das Glas! Haben Sie noch kein Glas in der Wohnung? Sie werden sich noch wundern, was man mit diesem neuen Ding so alles machen kann. Fernseher anschließen, Computer dranstecken, Telefon aufklemmen. Eigentlich geht inzwischen fast alles mit Glas, wenn man es nur hat. Auch verschwinden scheinbar alle Probleme ins Nichts. So zumindest wird sich der Besucher des Glasfasertags in Köln die neue Welt vorstellen.

    Wir haben nachgefragt:

    F: "Gibt es inzwischen Sanktionen bei Problemen am Schaltverteiler der Telekom?"
    A: "Es gibt doch bald Glas!"

    F: "Wann liegt überhaupt mal Bandbreite im Ort an?"
    A: "Glas kommt bald!"

    F: "Welche breitbandhungrigen Anwendungen gibt es?"
    A: "Das Glas bringt sie mit."

    F: "Wie war das nochmal mit LTE?"
    A: "Wir brauchen Glas dafür."

    F: "Keiner ist bereit, für neue Infrastruktur zu zahlen!"
    A: "Mit Glas bleibt dann keine Wahl mehr."

    ... wenige Straßen weiter tagte die Sozietät malayischer Kulturbewahrung ...

    Im Januar 2009 fand man bei Ausgrabungen in Kuala Lumpur die Überreste einer verschollenen Zivilisation. Neben einem Relief, das an den Vorgang einer Glasschmelze erinnerte, grub man unterirdische Röhrensysteme aus, die vorwiegend aus Siliziumdioxid (Quarzsand) bestanden. Die größte Entdeckung war allerdings ein gläserner Monolith. Um ihn herum fand man Skelette, die darauf hindeuteten, dass die Menschen trotz Heimsuchung einer Katastrophe nicht von ihrer Götze abkamen und das Glas anbetend starben.

    Sie wollen vermutlich nicht mehr wissen.

    Brumby bricht ins neue Zeitalter auf!

    Staßfurter surfen jetzt richtig schnell.

    In Brumby hat das Warten nun ein Ende. Richtig schnell können die Bürger hier nun surfen. Die Stadt Staßfurt und die für den Ausbau verantwortliche NU GmbH laden am 18.02. um 19 Uhr in die Gaststätte "Zum Mühlenberg" zur Eröffnungsveranstaltung ein. Jens Baumann, der für die Abstimmung mit der Gemeinde zuständig ist und Jan Wehrmann, Ausbauplaner, stellen die neue Zugangstechnologie vor.

    Der Anschluss an das neue flächendeckende Breitbandnetz erlaubt Teilnehmern, über eine kleine Außenantenne mit Geschwindigkeiten von bis zu 8000 KBit/s im Down- und Upstream im Internet zu surfen. "Das ist eine sehr gute Sache", findet Christian Schüler von der Wirtschaftsförderung der Stadt Staßfurt, "zumal die Gemeinde hier nichts zuzahlen muss."

    Das WMAN-Netz versorgt bereits über 1000 Ortsteile in Mitteldeutschland. Das Geheimnis des Erfolgs liegt dabei in der Kooperation von Kommune, regionaler Initiative und privatwirtschaftlichen Interessen. Die benötigten 60.000 EUR wurden allein durch die NU GmbH gestemmt, den ersten Ortsumsetzer ermöglichte das Engagement von Ingolf Münch und die Stadt stellt weitere Mitnutzung von Standorten in Aussicht.

    Die zum Einsatz kommende WMAN Technologie setzt auf ortsfeste Funkzugänge innerhalb einer Mikrozelle. Im Umkreis von bis zu zwei Kilometern können leistungsstarke Breitbandzugänge geschaltet werden. Das Hochleistungsbackbone aus Glas und Funk versorgt dabei jede Gemeinde mit einem Internetsignal. WMAN ist eines der sogenannten Next-Generation-Networks (Netzwerke der nächsten Generation), die bis 2014 weltweit das bisherige Telefonnetz ablösen sollen. Telefoniert wird dann nämlich nur noch über das Internet, der Kunde spart sich die Grundgebühren. Für die Teilnehmer des WMAN entsteht aber kein Druck zum Umstieg, sie können weiterhin parallel den alten Telefonanschluss nutzen und den Zeitpunkt des Umstiegs selbst wählen.